Nachlese: Lichtbildervortrag Diddens über Estland am 26.03.26

Text und Fotos: Friedrich Freudenberg vom 31.03.26

Die Erkundung ursprünglicher Moorlandschaften in Estland

Lichtbildervorträge des Naturfotografen Klaas Hermann Diddens gehören seit Jahren zum Veranstaltungsprogramm unseres Kultur- und Heimatvereins. Dabei ging es vor allem umnaturnahe Landschaftsräume in Ostfriesland, wie um die noch verbliebenen Reste der Hochmoore oder die als „Hammrich“ bezeichneten Niedermoore.

In der diesjährigen Veranstaltung nun berichtete er über eine Reise nach Estland, wo es noch ausgedehnte Flächen mit ursprünglichen, lebenden Mooren gibt. Das wesentliche Ziel dieser Reise war, solche ursprünglichen Moorlandschaften und ihre vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden.

Die Rundreise durch Estland begann von der Hauptstadt Tallin aus, wo ein Drittel der Bevölkerung des Landes lebt. Das Foto (Abb.1) zeigt die historische Altstadt mit ihren Befestigungsanlagen, Kirchen und den Häusern, die zum Teil aus der Hansezeit stammen. Von Tallin aus führte die Reise in den Ostteil des Landes, wo die Hochmoore liegen, und später nach Süden und Südwesten, wo man durch weite Niedermoorflächen wandern kann.

Das zweite Foto vermittelt einen Eindruck eines lebenden Hochmoores mit seinen typischen Kolken und Seen. Die unterschiedlichen Torfmoose, die an den Ufern der Kolke (grün), in den Verlandungszonen (gelb) und an den etwas höheren Partien (rotbraun) wachsen, erzeugen ein farbenprächtiges Landschaftsbild. An den etwas höheren Stellen wachsen Kiefern und Birken, die wegen der sehr geringen Nährstoffe im Boden nur kleinwüchsig sind, aber sehr alt sein können. In diesen nassen Hochmooren konnten Klaas Hermann Diddens und seine Begleiter neben einigen Libellenarten mehrere sehr seltene Pflanzen entdecken, die bei uns entweder ausgestorben sind oder nur noch an sehr wenigen Standorten vorkommen. Ein solches Beispiel ist der "Langblättrige Sonnentau".

Die Abbildung 3 zeigt, wie ein an den Tentakeln des Sonnentaus klebengebliebenes Insekt vom eingerollten Blatt nach und nach umschlossen wird, wo es später verdaut werden kann. Der "Langblättrige Sonnentau" ist auch in den Niedermooren im Süden Estlands weit verbreitet, wo die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere wesentlich günstiger sind. Dort konnten Klaas Hermann Diddens und seine Begleiter auf ihren Wanderungen andere, aber ebenfalls sehr schöne Moorlandschaften kennenlernen, die von den Menschen kaum oder gar nicht beeinflusst worden sind. Dazu gehören Niederungsgebiete mit zahlreichen Seen mit klarem Wasser und vielen Seerosen oder auch bunte Blumenwiesen mit verschiedenen Orchideen und seltenen Schmetterlingsarten wie dem Schillerfalter und dem Schwalbenschwanz.

In seinem Lichtbildervortrag konnte Klaas Hermann Diddens mit seinen gewohnt schönen und fototechnisch hochwertigen Aufnahmen viele Einblicke in die besonderen Moorlandschaften Estlands vermitteln. Die anwesenden Gäste erwiesen sich als sehr interessiert und der Referent hatte an Ende noch viele Fragen zu beantworten, was ihm sichtlich gut gefiel (vgl. Abb. 4).

Blick über die historische Altstadt von Tallin
Abb.1: Blick über die historische Altstadt von Tallin

Estland Lebendes Moor
Abb.2: Lebendes Hochmoor in Estland

Langblättriger Sonnentau
Abb.3: Der seltene Langblättrige Sonnentau

K. H. Diddens beantwortet Fragen aus dem Publikum
Abb.4: K. H. Diddens beantwortet Fragen aus dem Publikum


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