Bop Cats
Datum: 13.04.2008
Komisch gerochen hat es am Sonntagnachmittag im Ostgroßefehner "Compagniehaus" beileibe nicht. Zwar hatte die Saxophonistin Carin Hammerbacher den Musiker Frank Zappa mit den Worten "Jazz ist nicht tot, er riecht nur komisch" zitiert, aber die etwa 100 Zuhörer konnten erleben, dass nur der erste Teil des Zitats auf die Musik der Hamburger "Bop Cats" passte.

Auf Einladung des Großefehner Kultur- und Heimatvereins war die international renommierte Jazzband bereits zum zweiten Mal in Großefehn zum "Jazzkonzert zur Dämmerstunde".
Dass Jazz auch nach einem über 100-jährigen Dasein immer noch mitreißen kann, zeigten neben Hammerbacher Klaus Berger (Piano), Leif Östergard (Schlagzeug) und Manfred Jestel (Bass).
Im ersten Teil des über zweistündigen Konzertes gab es einen vergnüglichen und informativen "Lehrgang" in Jazzgeschichte. Hammerbacher erzählte von den Anfängen in New Orleans und spannte einen weiten Bogen über den Ragtime, den Swing der Big Bands , den Bebop, den Cool Jazz und den Free Jazz bis hin zum Jazzrock der heutigen Zeit.
Belegt wurden die Epochen mit typischen Musikbeispielen. "Das hat Lust auf mehr gemacht", meinte ein Zuschauer in der Pause. Der Wunsch ging in Erfüllung. Mit "Isn't she lovely" von Steve Wonder ging es los, und dann brannten die Bob Cats ein Feuerwerk nach dem anderen ab. Viel Beifall gab es nach den zahlreichen virtuosen Soli der vier Musiker.
Dass überwiegend bekannte Stücke aus dem großen Repertoire der Band geboten wurden, tat besonders den nicht eingefleischten Jazzkennern im Publikum gut. Mit dem anrührenden Wiegenlied "Summertime" aus "Porgy and Bess" als Zugabe spielten sich die Bob Cats endgültig in die Herzen der Zuhörer. Schließlich wusste schon der Jazztrompeter Louis Armstrong: "Jazz ist nicht das, was man spielt, sondern wie man spielt."
Das Bild zeigt die "Bob Cats" mit (von links) Klaus Berger (Piano), Carin Hammerbach (Saxophon), Leif Östergard (Schlagzeug) und Manfred Jestel (Bass)

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Kirchenexkursion
Datum: 17.04.2008
Die Großefehner Kirchen brauchen sich nicht zu verstecken! Das war die einhellige Meinung der 50 Besucher, die unter der Organisation des Großefehner Kultur- und Heimatvereins vier mittelalterliche Kirchen besichtigt hatten. Ausführlich wurden sie in Bagband von Albert Kroon, in Strackholt von Martin Labohm, in Aurich-Oldendorf von Pastor Rainer Hecker und in Holtrop von Pastor Andreas Chrzanowski über die Besonderheiten auf individuelle Weise informiert.
So beeindruckten besonders die Bagbander "Doppelmadonna auf der Mondsichel", die lateinische Fresko-Inschrift über den Überfall der Oldenburger im Jahre 1473 in Strackholt, das Fresko der Kreuztragung in Aurich - Oldendorf und der unverändert erhalten gebliebene Lettner in Holtrop, der früher beim Gottesdienst die Geistlichkeit von den Laien trennte.
Spannend wussten die vier Kirchenkenner auch von den Hintergründen zu erzählen:
Das gut erhaltene Kircheninnere in Bagband ist - angeblich - darauf zurückzuführen, dass die Bagbander Neuerungen grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen.
Das wiederentdeckte Gottesdienst-Guckloch ("Hagioskop")in der Strackholter Kirchenmauer ermöglichte den Ausgestoßenen und "Unreinen" einen Blick von außen auf den Priester.
Für den Aurich-Oldendorfer Kirchenchor war in früheren Zeiten eine Wand errichtet worden, angeblich, damit man den Damen nicht unter die Röcke gucken konnte, tatsächlich jedoch aus akustischen Gründen.
In Holtrop wurde die unterschiedlichen Klänge der Orgel und ihre Wirkungen vorgeführt.
Die wertvollen mittelalterlichen Sandstein-Taufsteine aller vier Kirchen hatten zu leiden: Sie hatten vorübergehend im Pastorengarten entweder als Vogeltränke gedient oder waren mit Ölfarbe überpinselt worden. Das Schicksal des Holtroper Taufsteins ist ungeklärt. Irgendwann ist er verschwunden.
Das Bild zeigt die Besuchergruppe in der Bagbander Kirche unter der "Doppelmadonna":

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